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Im Kampf gegen den Faschismus

Der Dichter Pablo Neruda wurde am 12. Juli 1904 in Parral, Chile als Neftalí Ricardo Reyes Basoalto geboren. Er wuchs bei seinem Vater, einem Lokführer und seiner Stiefmutter in Temuco auf. Seine leibliche Mutter starb kurz nach seiner Geburt. Neruda studierte ab 1921 in Santiago de Chile 5 Jahre Pädagogik, um Französischlehrer zu werden.Er heiratete 1930 die Niederländerin Maria Antonieta Hagenaar Vogelzanz. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor, die 1942 starb. Nach der Trennung von der Ehefrau 1936 führte er weitere Beziehungen zur Argentinierin Delia del Carril und zu Matilde Urrutia, die er schließlich nach der Scheidung seiner ersten Frau auch ehelichte. Pablo Neruda starb am 23. September 1973 in Santiago de Chile.

Der Schriftsteller

Sein schriftstellerisches Talent entdeckte er bereits in seiner Jugend, in der er erste Gedichte veröffentlichte. 1923 erschien sein erstes Buch, das er aus eigenen Mitteln finanzierte. Ab 1936 nutzte er seine dichterischen Werke, um öffentlich gegen den Faschismus zu kämpfen. Im Jahre 1971 wurde er mit dem Literaturnobelpreis für seine melancholische Poesie (nicht für seinen Kampf gegen den Faschismus) ausgezeichnet, die alle Bevölkerungsschichten gleichsam berührte. Sein Lebenswerk umfasst neben unzähligen Artikeln in Zeitungen über 30 Buchveröffentlichungen, meist Gedichtbände. Er ist der bis heute meistgelesene chilenische Autor.

Pablo Neruda – Ein Pseudonym

Paplo Neruda wurde auf einer polnischen Briefmarke verewigt.

Paplo Neruda wurde auf einer polnischen Briefmarke verewigt.

Lange Zeit wurde vermutet, dass das Pseudonym Pablo Neruda, das ab 1920 von Neftalí Reyes verwendet wurde, in Anlehnung an den tschechischen Schriftsteller Jan Neruda ausgewählt wurde. Anderen Quellen zufolge soll sich der Name Pablo Neruda aus dem Vornamen des spanischen Komponisten Pablo de Sarasate und dem Nachnamen der tschechischen Violinistin Wilma Norman-Neruda zusammensetzen.
Berufliche Laufbahn als Konsul

  • 1927 zunächst Honorarkonsul in Rangun, später in Colombo, Jakarta und Singapur
  • 1934 chilenischer Konsul in Barcelona
  • 1935 chilenischer Konsul in Madrid (bis 1936)
  • 1939 Konsul für spanische Emigranten in Paris
  • 1940 chilenischer Generalkonsul in Mexiko (Stadt)
  • 1943 Ende der konsularischen Tätigkeit

Kampf gegen den Faschismus

Mit dem spanischen Putsch von General Franco 1936 beginnt Neruda sich öffentlich gegen den Faschismus zu wenden. Seine schriftstellerischen Veröffentlichungen bekamen einen politischen, meist kommunistischen Charakter, der immer gegen den Faschismus gerichtet war. Zusammen mit anderen Autoren veröffentlichte er den Lyrikband “Die Dichter der Welt verteidigen das spanische Volk”. Nach seiner Flucht aus Spanien, kehrte er 1938 nach Chile zurück. Dort widmete er sich als Redakteur weiter dem Kampf gegen den Faschismus auf der ganzen Welt. Er verwirklichte eine Buchsammlung mit Werken deutscher Schriftsteller, die in Deutschland unter Hitler verboten und verbrannt worden waren, um sie dem chilenischen Nationalmuseum zu spenden. 1945 stellte Neruda sich für die Kommunistische Partei Chiles zur Wahl und wurde zum Senator gewählt. Er nutzte seine parlamentarische Immunität zur Kritik am chilenischen Präsidenten Gonzáles und attackierte diesen in einer öffentlichen Rede heftig. Durch eine Gesetzesänderung wurde die parlamentarische Immunität aufgehoben und Haftbefehl gegen Neruda erlassen. Dieser tauchte daraufhin in den Untergrund ab und lebte 1 ½ Jahre lang versteckt in wechselnden Unterkünften bis ihm die Flucht nach Argentinien gelang. Von dort siedelte er nach Europa über, wo sein Freund Pablo Picasso sich für ihn einsetzte. Neruda nahm in ganz Europa und in Teilen Asiens an Friedenskongressen und politischen Debatten teil, bei denen er seinen Kampf gegen den Faschismus weiter führte. Picasso und Neruda erhielten 1950 den Friedenspreis des Weltfriedenskongresses. 1952 konnte Neruda wieder nach Chile zurückkehren.
Dort widmete er sich zunächst einige Jahre seiner dichterischen Tätigkeit bevor er 1958 seinen politischen Kampf gegen den Faschismus wieder aufnahm und zu Kongressen und Debatten auf der ganzen Welt reiste. 1970 wurde er Botschafter in Paris. Sein Gesundheitszustand ließ ihn aber bereits kurz nach der Verleihung des Literaturnobelpreises wieder nach Chile zurückkehren, wo er 1973, nur wenige Tage nach dem Putsch von Pinochet, verstarb.